Urbanists For Future – Was hat Barrierefreiheit mit dem Klima zu tun?

Auf den ersten Blick eigentlich nichts. Aber das ist ja oft so. Näher betrachtet aber dann doch ziemlich viel. 
Das Klima ist allgegenwärtig. Meistens ohne groß Aufmerksamkeit zu erregen, meistens ohne Probleme zu bereiten. Wir haben aber zum Beispiel gemerkt, dass in den vergangenen Jahren die Wetterextreme zunehmen. Wer nun daran Schuld ist, oder auch nicht, ist mir persönlich eigentlich egal. Ob der Klimawandel nun vor allem vom Mensch oder der Industrie verursacht wurde, oder ob es auch so gekommen wäre, spielt eigentlich auch gar keine Rolle. Eine Rolle spielt aber, wie wir damit umgehen und uns darauf vorbereiten.

Wenn wir also künftig viel öfter sogenannte „Starkregenereignisse“ haben, die zu Überschwemmungen führen, dann betrifft das eben auch die Barrierefreiheit. Hatten wir bisher „alle paar hundert Jahre mal“ ein großes Hochwasser, mussten dafür keine aufwendigen Notfallpläne gemacht werden. Wenn das aber in Zukunft öfters der Fall sein wird, müssen wir uns darüber Gedanken machen, wie etwa eine „Entfluchtung“ schnell, gut organisiert und vor allem auch barrierefrei gelöst werden kann. Ganz abgesehen davon, dass das ja auch jedes Mal Geld kostet. Also: Wer kommt wo unter? Wie kommen alle im Zweifelsfall auch aus eigener Kraft und ohne Hilfe aus der eigenen Wohnung in eine sichere Unterkunft? Wenn wir alle älter und gebrechlicher werden, wie lange dauert dann etwa eine Evakuierung eines Senioren- oder Pflegeheims und wie viele Helfer*innen sind dafür notwendig? Und, und, und…

Wenn sich das Klima, das Wetter, in die befürchtete Richtung ändert und damit unter Umständen auch Begleitereignisse wie Evakuierungen öfter notwendig oder gar die Regel werden, dann betrifft das auch die Barrierefreiheit und Inklusion. 

Aber auch das Stadtklima insgesamt, ohne Notfälle und Katastrophen, wirkt sich unmittelbar auf das Leben und damit auf die Barrierefreiheit und Inklusion aus. Es gibt Menschen, die haben Probleme mit der Hitze im Sommer. Werden die Sommer also immer wärmer, freuen sich vielleicht die ein oder anderen, dann hat man in den Sommermonaten Mallorca vor der Haustür. Viele Menschen freut das aber nicht, denn sie leiden unter den hohen Temperaturen und können unter Umständen über Tage und Wochen ihren Alltag nicht mehr wie gewohnt bewältigen. Damit wird das Wetter zur Barriere. So ging es mir persönlich letzten Sommer. Durch die Seltene Erkrankung „Ektodermale Dysplasie“ kann ich nicht schwitzen, mir fehlt also die sonst selbstverständliche und im Sommer absolut notwendige natürliche Kühlung des Körpers. Über ein paar Wochen habe ich also meine klimatisierte Wohnung nur verlassen, wenn es unbedingt notwendig war. Freizeitakivitäten, Freunde treffen, das war nahezu nicht mehr möglich. Das Wetter, die Hitze, war für mich (und alle Betroffenen dieser Seltenen Krankheit) eine riesige, nahezu unüberwindliche Barriere. 

Hier kann eine intelligente Stadtplanung helfen. Völlig unabhängig von jeglichen Umweltaspekten: Mehr Grün in der Stadt, mehr Bäume, mehr Pflanzen führt zu einem besseren Stadtklima. Bäume sorgen im Sommer für mehr Schatten. Damit heizt sich der Boden (oft Asphalt oder dunkles Pflaster) viel weniger auf, speichert viel weniger Energie, die dann abends und Nachts wieder abgegeben wird. Die Temperaturen in den Stadtzentren würden damit positiv beeinflusst. Dazu kommt das gefühlte Stadtklima. Fühlt man sich wohl, ist die Umgebung optisch ansprechend, hat das auch positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Vorhandene Belastungen (z.B. Hitze als Barriere) werden so besser „ertragen“. Damit ist eventuell eine Barriere noch nicht verschwunden, aber reduziert. Und auch das ist ein erstrebenswertes Ziel. 

Das sollen an dieser Stelle nur ein paar wenige Beispiele sein, warum und wie das Klima auch Auswirkungen auf die Inklusion und Barrierefreiheit hat. Die Bandbreite ist schier unerschöpflich. Deshalb möchte sich OrphaCoach in Form von „Urbanists For Future“ für eine intelligente, zukunftsorientierte – und vor allem barrierefreie und inklusive – Stadtplanung einsetzen. Deshalb unterstütze ich auch die Bewegung Fridays For Future mit ihren Klimazielen. 

Mehr Informationen und die entsprechenden Auftritte im Internet gibt es hier:

OrphaCoach: Urbanists For Future
Internet: www.urbanists-for-future.jimdosite.com
Facebook: www.facebook.com/urbanists4future
Twitter: @FutureUrbanists
Instagram: www.instagram.com/urbanists4future/

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